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Im Augenblick Fotografien der Iris
von Oliver Rüsche
Sonderausstellung
6. April bis 4. Juli 2004
Theatermuseumhannover
im schauspielhaus
1998 kuratierte Oliver Rüsche in den Räumen und den Parkanlagen von Schloß Bamenohl, Sauerland den interdisziplinären Künstlerworkshop Im Augenblick. Eingeladen waren 25 Künstler aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Fotografie sowie Literatur, Choreographie, Musik und Kulinarik über vier Tage das teilweise bereits verfallene Areal zu bespielen.
Wichtiger Bestandteil bei der Ausstellungskonzeption neben der aktiven Auseinandersetzung mit dem Ort war der Austausch zwischen den Künstlern und zwischen Künstlern und den Besuchern der Ausstellung.
Der konzeptionelle Ansatz der gleichnamigen Fotoinstallation Im Augenblick von Oliver Rüsche bezog sich auf diesen zweiten Aspekt der Kommunikation. Die Augen als wichtiges Wahrnehmungsorgan versorgen uns mit visuellen Umwelteindrücken und sind als Schnittstelle zwischen uns und unserer Umgebung häufig Ausgangspunkt von Kontaktaufnahmen. Die vergrößerten Irisfotografien der Augenpaare wurden vor den jeweiligen Räumen der bildenden Künstler installiert und zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstellung. Die Abbildung der Augenpaare aller Beteiligten verweist zunächst auf die Anwesenheit der Künstler während der Ausstellung und spielt gleichzeitig mit der qualitativen Abschwächung der Präsenz von Original und Abbildung.
Es ging Oliver Rüsche bei diesem Projekt um die Sichtbarmachung von Schnittstellen oder Grenzen und den Ansatz zu ihrer Aufweichung oder gar zu ihrer Überwindung. Wie auch bei allen seinen anderen Arbeiten steht die Frage nach dem konzeptionellen Ansatz vor denen nach dem künstlerischen Medium und der technischen Perfektion.
Verläßt der Betrachter in der Ausstellung diese theoretische und abstrakte Bedeutungsebene und lässt sich tiefer auf eines der abgebildeten Augenpaare ein, erkennt er hinter einem zunächst grün/blauen Auge ein je eigenes, dreidimensionales Muster. Der Betrachter vollzieht eine Dimensionsverschiebung und taucht in eine mikroskopisch kleine Welt von Farben und bizarren Formen, dessen Farbpigmente und feine Strukturen sich zu faszinierenden, inneren Landschaften formieren.
Die technische Umsetzung realisierte Oliver Rüsche in Zusammenarbeit mit der Augenarztpraxis von Dr. Andreas Frohn, Siegen und dem Heilpraktiker Frank Beul, Attendorn. Die Iris wurde durch eine dafür entwickelte Spaltlampe ausgeleuchtet und mit einer Spiegelreflexkamera fotografiert.
Im Augenblick 1998,
14-teilge Fotoinstallation
Fotopapier, Alurahmen, je 31 cm x 31 cm
Im Augenblick 2004,
54-teilge Fotoinstallation
Lamdalaserausbelichtungen auf Alu - Dibondplatten, je 30 cm x 30 cm
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